Vom 20. August bis 23. August 2025 wurde in Bologna Italien ein Internationales Turnier auf tschechischen Platten mit dänischen Bällen durchgeführt. In der Vergangenheit galt dieses Turnier lediglich als Freundschaftsturnier, um internationale Erfahrungen zu sammeln. Die Besonderheit war, dass auch sehende Spieler unter der Dunkelbrille ihr Können bewiesen haben und dadurch für die Spieler mit Seheinschränkung neue Gegner an der Platte standen. Dieses Jahr gab es zu Freuden aller ein neues Konzept. Weiterhin durften alle Spieler – ob sehend oder blind – teilnehmen. Allerdings erhielten die Spieler, welche von Kategorie b1 bis b3 antraten IBSA Weltranglistenpunkte. Dies sorgte für eine besondere Herausforderung. Für die Damen der Schweizer Delegation, bestehend aus Rita Dütsch, Barbara Trudel, Noemi Hofmann, Brigitte von Wartburg und Janine Keller, ging es um Punkte des II Levels und bei den Herren um Level III.
Damen
Die 38 Damen wurden in 6 5er und 2 4er Gruppen eingeteilt. Die amtierende Schweizer Meisterin Rita Dütsch startete in einer 4er Gruppe, wo sie ihre Fähigkeiten unter Beweis stellte. Das erste Spiel gegen die Französin Alison Touzete ging klar zu Gunsten von Rita Dütsch aus. Gegen die beiden Deutschen lieferte sich Rita Dütsch zwei Dreisatz spiele. Besonders spannend war das Spiel gegen Sabrina Schmitz, welches Rita Dütsch mit 11:8, 8:11 und 11:6 für sich entschied. Somit wurde sie Gruppenzweite.
Barbara Trudel, Noemi Hofmann, Brigitte von Wartburg und Janine Keller boten ebenfalls interessante Partien in ihren 5er Gruppen. Barbara Trudel kämpfte gegen drei Italienerinnen sowie eine Deutsche und bot wahnsinnig lange Ballwechsel. Die Spiele zu verfolgen sorgte für absoluten Nervenkitzel. Leider zu Ungunsten der Schweizerin. Gegen Sonia Tranchina aus Italien, welche Gruppenerste wurde, konnte die Schweizerin allerdings einige schöne Tore erzielen. Noemi Hofmann siegte im allerersten Spiel gegen Martina Forte aus Italien mit 11:6 und 12:4. In den anderen Spielen musste sie sich leider als gratulierende von der Platte entfernen und wurde somit vierte in ihrer Gruppe. Brigitte von Wartburg spielte mit Janine Keller in derselben Gruppe. Durch Brigitte von Wartburgs ganz knappe Niederlage gegen Maaike Van Der Plas mit 9:11 und 10:12 und den Sieg gegen Martina Carbutti mit 11:2 und 12:7 spielte sie ebenfalls wie Noemi Hofmann um die Plätze 25 bis 32. Janine Keller durfte als Gruppenzweite die erste Runde beenden. Spannend war hier lediglich das Schweizer Duell mit Brigitte von Wartburg. Wie immer ein Kampf mit präzisen Schüssen und langen Ballwechseln. Beide verteidigten spitzen-mässig, aber dieses mal ging der Sieg an Janine Keller.
Die Gruppen-Erst- sowie Zweitplatzierten wurden in 2 8er Gruppen aufgeteilt. Für Rita Dütsch und Janine Keller bedeutete dies, dass am ersten Abend um 20 Uhr noch ein Spiel anstehen würde. Dies war wohl aber nicht mehr die Zeit der Schweizerinnen und sie mussten sich beide recht hoch geschlagen geben. Am Folgetag starteten die beiden wieder durch. Die Gegner waren sehr stark. Rita Dütsch konnte trotz 4 ultraknappen Dreisatzspielen und 2 Zweisätzern nur das Spiel gegen die Marokkanerin Hayat Chaib mit 11:14, 12:10 und 11:9 für sich entscheiden. Rita Dütsch hat an diesem Tag bewiesen, dass sie über sehr viel Ausdauer verfügt. Im Platzierungsspiel gegen die Slowakin Tatiána Blattnerová ging es – wie sollte es auch anders sein – wieder in ein Dreisatzspiel, welches zu Gunsten der Slowakin ausging. Janine Keller verlor all ihre Matches am Freitag. Gegen Sonia Tranchina aus Italien konnte sie im ersten Satz noch 6 und im zweiten 8 Punkte erzielen. Brigitte von Wartburg verfolgte das Spiel zwischen Janine Keller und die Chinesin Yan Mei Qiu und fante wie verrückt, was Janine Keller im zweiten Satz pushte. Dennoch endete das Spiel mit 6:11 und 12:10 zu Gunsten der Chinesin. Rita Dütsch und Janine Keller durften schlussendlich als 14te und 15te in die Schweiz zurückreisen. Dies war das beste Resultat was Janine Keller bisher je international erreichen konnte.
Barbara Trudel, Noemi Hofmann und Brigitte von Wartburg konnten sich am Freitag regenerieren, um am Samstag all ihre Kräfte wieder aufzubieten. Barbara Trudel ist es eindeutig gelungen und sie gewann in ihrer 6er Gruppe 4 Spiele haushoch. Der 34 Schlussrang entsprach definitiv nicht dem Ergebnis was sie an diesem Turnier spielerisch geleistet und gezeigt hat. Noemi Hofmann hatte ebenfalls am Samstag einen guten Lauf. Sie und Brigitte von Wartburg mussten 7 Spiele an einem Tag höchst konzentriert absolvieren. Noemi Hofmann konnte 5 und Brigitte von Wartburg 4 Matches für sich entscheiden. Im Duell zwischen Noemi Hofmann und Brigitte von Wartburg war Power, Präzision und Geschwindigkeit die Devise. Noemi Hofmann konnte diesem länger Stand halten und siegte mit 14:11 und 12:6. Sie belegte somit den stolzen 27 Rang. Brigitte von Wartburg hatte genau wie Julia Tulisalo aus Finnland 4 Siege, aber durch die verlorene Direktbegegnung landete sie auf dem 29 Rang.
Markéta Trnčakova aus der Tschechischen Republik verlor nicht ein einziges Spiel und war verdiente Siegerin des Turniers in Bologna. Piera Folino durfte gegen Markéta Trnčakova mit 3:12, 11:9, 3:11 und 5:11 die Silbermedaille in Italien erobern. Bronze ging ebenfalls nach Italien an Chiara Di Liddo, welche mit kräftigen Schüssen überzeugte.
Herren
Es traten 54 Herren in 6 5er und 6 4er Gruppen gegeneinander an. Dies ohne Schweizer Beteiligung. Wir Damen fragten uns, wie eine sehende Person wohl so spielt. Da Jonas Riester (Deutscher Schiedsrichter) einmal bei der Schweizer Meisterschaft unterstützend gepfiffen hatte, entschieden wir uns ihm zuzuschauen und empfanden seine Spielart für wahnsinnig gut. Er verlor im Viertelfinal gegen den Finalisten Luca Liberali (Italien) in fünf Sätzen mit 11:5, 5:11, 12:6, 11:13 und 13:10. Er wurde somit als sehender Spieler unter der Dunkelbrille 7ter. Christoff Eilers konnte gegen den Italiener Luca Liberali in drei spannenden Sätzen mit 14:11, 11:7 und 11:7 gewinnen. Bronze ging an Twan Kruis aus der Niederlande.
Dank
Ein besonderer Dank gilt unseren Begleitpersonen Nils Meile und Sylvia Schlüchter, welche uns in jeder Hinsicht tatkräftig unterstützt haben. Ein weiterer grosser Dank geht an den Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV) für die finanzielle Unterstützung durch das Sponsoring.
Resultate
Unter folgendem Link können alle Resultate eingesehen werden.
https://www.showdownitalia.it/bologna/
Impressionen
Bericht von Janine Keller



